Romano Guardini

deutscher kath. Religionsphilosoph und Theologe; Professor für Religionsphilosophie und Christliche Weltanschauung, erst 1923-1939 in Berlin, dann ab 1945 in Tübingen und 1948 bis 1964 in München; Impulsgeber und Wegberreiter der katholischen Liturgie- und Jugendbewegung ("Quickborn"); zahlr. Veröffentlichungen und Auszeichnungen, u. a. 1952 Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

* 17. Februar 1885 Verona (Italien)

† 1. Oktober 1968 München

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 44/2018

vom 30. Oktober 2018 (cs)

Herkunft

Romano Michele Antonio Maria Guardini stammte aus Verona im norditalienischen Veneto. Sein Vater Romano, ein Geflügelgroßhändler, zog 1886 beruflicher Perspektiven wegen nach Mainz, wo er italienischer Konsul wurde. Dorthin zogen auch seine Frau Paola mit G. und den drei jüngeren Brüdern Ferdinando, Mario und Aleandro. Während seine Familie später nach Italien zurückkehrte, blieb G. und nahm 1911 die deutsche Staatsangehörigkeit an.

Ausbildung

G. legte das Abitur 1903 am humanistischen Rhabanus-Maurus-Gymnasium in Mainz ab. Er fing erst ein Studium der Chemie in Tübingen an, das er ebenso abbrach wie das der Nationalökonomie in München. In einer Lebenskrise entdeckte er den Glauben neu und studierte ab 1906 gegen den Widerstand der Eltern katholische Theologie in Freiburg und Tübingen. Nach dem Examen absolvierte er ab 1908 das Priesterseminar in Mainz und erhielt 1910 ...