Sigismund von Radecki

deutscher Schriftsteller; Werke: Feuilletons und Essays, u. a.: "Der eiserne Schraubendampfer Hurricane", "Merkblatt für sich Ärgernde", "Ein Zimmer mit Aussicht"

* 19. November 1891 Riga (Lettland)

† 13. März 1970 Gladbeck/Westf.

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 16/1970

vom 6. April 1970

Wirken

Sigismund von Radecki, kath., wurde am 19. Nov. 1891 in Riga geboren und hat seine Jugend noch im kaiserlichen Rußland verlebt. Mit sechs Jahren lernte er Russisch und besuchte später die Mittelschule in St.Petersburg. 1913 legte er an der Bergakademie Freiberg in Sachsen das Bergingenieurexamen ab. Ein Jahr später war er Bewässerungsingenieur in Turkestan. Frankreich, Italien und Skandinavien hatte er schon früher bereist. Im ersten Weltkrieg kämpfte er zunächst auf russischer, ab 1918 auf deutscher Seite und zwar bei der baltischen Landeswehr.

In der Nachkriegszeit war er zunächst Elektroingenieur bei Siemens Schuckert in Berlin. 1923 zog es ihn für drei Jahre plötzlich als Schauspieler zur Bühne. Auch als Zeichner, der 62 Arbeiten ausstellte, hat er sich in den 20er Jahren versucht. Entscheidend für ihn war die jahrelange Freundschaft mit Karl Kraus in Wien, dessen Schriften er "fast auswendig" wußte. Nach einem Abstecher nach Paris kehrte er 1926 nach Berlin zurück. Von ...