Subhas Chandra Bose

fr. Nationalistenführer

* 23. Januar 1897 Kuttack

† 18. August 1945 Formosa

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 47/1956

vom 12. November 1956

Wirken

Subhas Chandra Bose wurde am 23. Jan. 1897 in Kuttack in Bengalen geboren, wo er einer der ältesten Familien entstammt. Er studierte an der Universität Kalkutta Philosophie, Religionswissenschaft und Paychologie. Im Jahre 1918 bestand er die Staatsprüfung und ging darauf nach England, um sich dort auf den Eintritt in den indischen Verwaltungsdienst vorzubereiten. Er studierte in Cambridge, aber die Zuspitzung der politischen Verhältnisse in Indien und die immer stärkere Forderung der Inder in und ausserhalb der Kongressparteien nach Freiheit und Selbständigkeit führten B. im Mai 1921 zu dem Entschluß, das britische Regime zu bekämpfen, anstatt sich ihm einzureihen. Er wurde engster Mitarbeiter des Nationalistenführers C.R. Das, damals Präsident des Allindischen Kongresses, und gründete mit diesem die Swaray (Unabhängigkeits-Partei), die im Gegensatz zu den waffenlosen Ungehorsamkeitsbewegung Gandhis die radikalere Richtung verkörperte. B. wurde mehrfach ins Gefängnis geworfen, selbst nachdem er im Jahre 1929 zum Vizepräsidenten des Allindischen Kongresses gewählt worden war. B. stand trotz Gemeinsamkeit des Zieles politisch in scharfem Gegensatz zu Gandhi und Nehru, die dem passiven Widerstand das Wort redeten. Obwohl er noch 1938/39 zum Präsidenten der indischen ...