Tatjana Gsovsky

deutsche Tanzpädagogin und Choreographin russischer Herkunft; Ballettmeisterin an der Staatsoper in Berlin 1945-1952; Ballettdirektorin der Städt. (später Deutschen) Oper in Berlin 1954-1966; Leiterin des Frankfurter Balletts 1959-1966

* 5. März 1901 Moskau

† 29. September 1993 Berlin

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 48/1993

vom 22. November 1993 (lm)

Herkunft

Tatjana Gsovsky war die Tochter des Generals V. Abramoff und der Schauspielerin Freiin Egger von Egghoven. T. G. wuchs in St. Petersburg auf.

Ausbildung

In St. Petersburg studierte sie klassisches Ballett, empfing aber auch entscheidende Anregungen durch das russische Revolutionstheater und durch den damals von Isadora Duncan kreierten "freien" Tanzstil.

Wirken

Nach der Oktoberrevolution wurde sie als knapp Zwanzigjährige Ballettmeisterin in Krasnodar. Als die künstlerischen Möglichkeiten in der Sowjetunion schlechter wurden, übersiedelte sie mit ihrem Mann, dem Ballettmeister Victor Gsovsky, in den Westen und fand 1925 in Berlin eine neue Heimat.

Da ein Unfall ihre weitere Karriere als Tänzerin beendete, wirkte sie ab 1928 als Tanzpädagogin an den Deutschen Meisterstätten für Tanz in Berlin. Nach Auflösung dieses Instituts gründete sie 1929 in Berlin eine eigene klassische Ballettschule. Daneben begann sie eine weitere Karriere als Choreographin. Sie arbeitete zunächst für Varietés und Provinztheater, arbeitete sich dann aber zielstrebig über Essen, Leipzig und ...