Ulrich von Hassell

deutscher Diplomat und Widerstandskämpfer; u. a. Botschafter in Rom 1932-1938; ab 1938 in der Widerstandsbewegung tätig; gehörte zu den treibenden Kräften des gescheiterten Attentats auf Hitler vom 20. Juli 1944; wurde vom sogenannten Volksgerichtshof in Berlin zum Tode verurteilt und hingerichtet; Veröffentl. u. a. "Vom anderen Deutschland" (Tagebücher 1938-1944)

* 12. November 1881 Anklam

† 8. September 1944 Berlin-Plötzensee (hingerichtet)

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 32/1953

vom 27. Juli 1953 , ergänzt um Meldungen bis KW 47/2004

Wirken

Ulrich von Hassell wurde am 12. Nov. 1881 in Anklam geboren. Er studierte Rechtswissenschaften und trat nach längeren Reisen ins Ausland 1909 in den diplomatischen Dienst ein. Im 1. Weltkkrieg wurde er als Reserveoffizier im 2. Garderegiment zu Fuß in der Marne-Schlacht durch Herzschuß schwer verwundet. Ende 1919 ging er erstmals als Botschaftsrat nach Rom, dann 1921 als Generalkonsul nach Barcelona und 1926 als Gesandter nach Kopehhagen. In Belgrad war er seit 1930 in gleicher Eigenschaft, bis er 1932 Botschafter am Quirinal in Rom wurde.

Hier sah er es nach dem nationalsozialistischen Umsturz als seine Aufgabe an, die von Berlin gewünschten Antikominternpaktpolitik unerbittlich zu widerraten, da er von dem fragwürdigen Wert des Faschismus als Partner überzeugt war. So wurde er im Dez. 1937 ...