Wolf Vostell

deutscher Aktionskünstler, Maler und Grafiker; Werke: Montagen, Bildbearbeitungen, Decollagen, Installationen; zahlr. Happenings im Rahmen von Fluxus

* 14. Oktober 1932 Leverkusen

† 3. April 1998 Berlin

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 26/1998

vom 15. Juni 1998 (lö), ergänzt um Meldungen bis KW 13/2022

Herkunft

Wolf Vostell war der Sohn eines Eisenbahnschaffners.

Ausbildung

Nach einer Lehre als Photolithograph studierte V. 1954-1955 Malerei und Graphik in Wuppertal, dann 1955-1957 an der Pariser École Nationale Supérieure des Beaux Arts und anschließend in Düsseldorf an der Kunstakademie.

Wirken

Seit seinen künstlerischen Anfängen vertrat der Maler, Zeichner und Multimediainstallateur V. einen erweiterten Kunstbegriff. Die "dé-coll/age" (Abriß) wurde seine erste wesentliche Kunstäußerung und blieb sein Stil und Ideologie vereinendes Prinzip. Noch in Paris im Jahre 1954 riß - decollagierte - V. Stücke aus Plakatwänden und traktierte das Abgerissene mit höchst unmalerischen Mitteln. V.s primäre Neigung galt dabei der Abriß-Aktion, nicht dem End-Ergebnis, dem Bild-Gegenstand. Die Decollage verstand er als einen Akt des Sichtbarmachens von lange Verborgenem, sie machte anschaubar, was überklebt war. Environment, Happening und Fluxus hießen die bekanntesten Formen, die sich mit V.s künstlerischem Tun verbanden. Im Bereich der Aktions- und Ereigniskunst leistete er mit mehr als einhundert Happenings Pionierarbeit und hatte einen entschiedenen Anteil ...