Wolfgang Harich

deutscher Philosoph und Ökologe; Prof. an der Humboldt-Universität, Berlin 1951-1954; stellv. Cheflektor im Aufbau-Verlag 1954-1956; inhaftiert 1957-1964, 1990 politisch rehabilitiert; Veröffentl. u. a.: "Herder und die bürgerliche Geisteswissenschaft", "Jean Pauls Kritik des philosophischen Egoismus", "Keine Schwierigkeiten mit der Wahrheit"

* 9. Dezember 1923 Königsberg/Pr.

† 15. März 1995 Berlin

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 23/1995

vom 29. Mai 1995 (lm), ergänzt um Meldungen bis KW 50/2021

Herkunft

Wolfgang Harich stammte aus Königsberg/Preußen (heute Kaliningrad) und war der Sohn des Literarhistorikers und Schriftstellers Dr. Walther Harich (1888-1931). Sein Großvater, Dr. h. c. Alexander Wyneken (1848-1939), war lange Chefredakteur der nationalliberalen "Königsberger Allgemeine Zeitung".

Ausbildung

H. besuchte 1930-1942 die Grundschule und das Gymnasium in Neuruppin sowie Berlin. In den letzten Schuljahren verdiente er seinen Lebensunterhalt mit Konversationsunterricht für in Berlin lebende Japaner (meist Diplomaten). Er war zudem schon Gasthörer in Philosophievorlesungen. Im Okt. 1942 wurde er zum Wehrdienst eingezogen (Landesschützen bzw. Infanterie) und 1943 unter dem Vorwurf unerlaubter Entfernung von der Truppe zu einer Haftstrafe verurteilt, die er im Wehrmachtsgefängnis Torgau verbüßte. Einige Monate vor Kriegsende (Ende 1944) desertierte H. und engagierte sich in den kommunistisch geführten "Widerstandsgruppen Berlin Ernst". 1945 ...