Abdulrazak Gurnah, am 20. 12. 1948 geboren im damaligen Sultanat Sansibar als Sohn eines aus Jemen kommenden Geschäftsmannes. Der Großonkel mütterlicherseits war im Ersten Weltkrieg von der deutschen Kolonialarmee eingezogen worden. Gurnah exilierte 1967 mit seinem Bruder nach Großbritannien und jobbte dort zunächst als Krankenpfleger. Studium der englischen Literaturwissenschaften an der Canterbury Christ Church University und Studium sowie Promotion 1982 an der University of Kent. Von 1980 bis 1983 Dozent an der Bayero University in Kano, Nigeria. Anschließend Professor für englische und postkoloniale Literaturen an der University of Kent. Im Jahr 1984 nach einer Amnestie erstmals wieder Einreise nach Tansania. Seit 1987 Mitherausgeber der in London erscheinenden Kulturzeitschrift „Wasafiri“. 2003 Mitglied der Jury für den Caine Prize for African Writing. 2006 Stipendiat der Royal Society of Literature. 2016 Mitglied der Jury des Man-Booker-Preises. 2017 emeritiert. 2020 Mitglied der Jury des Mabati Cornell Kiswahili Prize for African Literature. Er lebt in Canterbury, Kent.
* 20. Dezember 1948
von Manfred Loimeier
Essay
Das literarische Werk von Abdulrazak Gurnah steht für ein Leben zwischen den Welten: Einerseits die Herkunftskulturen von der Küste Tansanias am Indischen Ozean sowie insbesondere die kulturelle Mischung auf der Insel Sansibar mit ihrer arabisch-, indisch- sowie afrikanischstämmigen Bevölkerung, andererseits die ...