Juan Gabriel Vásquez wurde 1973 in Bogotá geboren. Seine Eltern, Alfredo Vásquez und Fanny Velandia, waren beide Rechtsanwälte. In einer englischen Schule ausgebildet, kommt er schon früh mit der ihn besonders prägenden englischsprachigen Literatur in Kontakt. Bald entwickelt er auch ein intensives Interesse an den Autoren des lateinamerikanischen Boom, insbesondere Gabriel García Márquez und Mario Vargas Llosa. Zunächst verfolgt Vásquez, entsprechend der Familientradition, eine juristische Karriere und studiert Jura an der Universidad del Rosario in Bogotá, entdeckt aber bald seine Vorliebe für die Literatur. Während des Abschlusses seines Studiums 1996 gewinnt er mit seiner Erzählung „La esposa de Filipo“ (Die Frau von Filipo) den „Concurso Nacional Metropolitano de Cuento in Barranquilla“. Seine juristische Abschlussarbeit untersucht das Motiv der Rache in Homers „Ilias“ aus juristischer Perspektive. Er studierte lateinamerikanische Literatur an der Sorbonne in Paris (1996–1998) und arbeitete als literarischer Übersetzer aus dem Englischen und Französischen. Mit dem Gang nach Paris (nach der für ihn selbst unbefriedigenden Erfahrung mit seinen ersten zwei Romanen) wählte Vásquez bewusst eine für die Autoren des Boom prägende Stadt; gleichzeitig hat aber auch die Flucht vor der seit den 1980er Jahren in Kolumbien anhaltenden Gewalt diesen Ortswechsel motiviert. Von Januar bis September ...