Shumona Sinha wurde am 27. 6. 1973 im westbengalischen Kalkutta (Kolkata) geboren. Sie wuchs in einer literaturbegeisterten Akademikerfamilie auf, begann bereits als Jugendliche zu schreiben und erhielt 1990 eine Auszeichnung als beste bengalische Nachwuchsdichterin. Von 1997 bis 2001 war sie als Französischlehrerin an der Ramkrishna School of Foreign Languages in Kalkutta tätig. 2001 folgte sie einer Ausschreibung der Französischen Botschaft und begann als Englischlehrerin an einem Pariser Collège zu arbeiten. Zugleich nahm sie das Studium der Literaturwissenschaften an der Sorbonne auf, das sie mit einem Master abschloss. Sie verfasste zahlreiche Gedichte in ihrer bengalischen Muttersprache und begann schließlich nicht zuletzt durch die bestärkende Unterstützung des französischen Dichters Lionel Ray, mit dem sie neun Jahre lang verheiratet war, auf Französisch zu schreiben. 2008 legte sie dann mit „Fenêtre sur lʼAbîme“ (Fenster über dem Abgrund) ihren Debütroman vor. 2009 nahm Sinha bei dem Pariser Office français de protection des réfugiés et apatrides (Amt für Flüchtlinge und Staatenlose), dem französischen Äquivalent der deutschen Asylbehörde, den Posten einer Dolmetscherin für vornehmlich indische Asylsuchende an. Die Erfahrungen, die sie dort machen musste, veranlassten sie zu ihrem zweiten Roman, „Erschlagt die Armen“ (2011), der der Autorin im Jahr seines Erscheinens auch ihre Stelle als Dolmetscherin kostete. ...