Helmut Oehring

deutscher Komponist und Regisseur; auch Dirigent, Dichter, Gitarrist, Autor und Choreograph; Werke u. a.: "Das D'Amato-System" (Kammer-Tanz-Oper), "BlauWaldDorf", "Wozzeck kehrt zurück", "UnsichtbarLand" (Opern); zudem Filmmusik, Orchesterwerke und Kammermusik

* 16. Juli 1961 Berlin

Herkunft

Helmut Oehring wurde am 16. Juli 1961 als Sohn des Schlossers Gottfried Weber (1914-1994) und einer Schneiderin († 2011) in Ost-Berlin geboren. Der Sohn gehörloser Eltern und eines ebenfalls tauben älteren Bruders begann erst in einer Pflegefamilie, die elf Kinder betreute, im Alter von vier Jahren zu sprechen (vgl. TSP, 14.6.2013). Seine Muttersprache ist somit die Gebärdensprache. Die erschütternde Erfahrung, dass diese Sprache "draußen in der Welt nicht funktionierte" (SZ, 7.1.2012) und er als Junge ständig als Dolmetscher und Beschützer seiner Eltern wirken musste, ließ ihn früh einen "Schutzraum" in der Musik suchen. Das Notenlesen und Schreiben brachte er sich unter Mühen mit einem Einführungsbuch selbst bei.

Ausbildung

O. besuchte die Polytechnische Oberschule, lernte Jazz- und Rockgitarre spielen und machte eine Lehre als Baufacharbeiter für Autobahnbau (1978-1980). Den Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee verweigerte er mehrfach. Als autodidaktischer Gitarrist und Komponist setzte er sich ab 1984 intensiv mit der Musik der europäischen Moderne auseinander. ...