belarussischer Schriftsteller und Dissident; bis 2020 in Russland auch Drehbuch-Dramaturg für humoristische TV-Shows und TV-Moderator; danach Flucht und Exil in Deutschland und der Schweiz; Veröffentlichungen u. a.: "Der ehemalige Sohn", "Die Jagd", "Rote Kreuze", "Kremulator"
* 12. Juli 1984 Minsk
Herkunft
Sasha Filipenko wurde am 12. Juli 1984 in Minsk, der Hauptstadt der damals noch zur Sowjetunion gehörenden Belarussischen Sozialistischen Sowjetrepublik (BSSR) geboren und wuchs dort in einer russisch-ukrainischen Familie auf. Bis zu seinem siebten Lebensjahr erlebte er noch die Verhältnisse in der Sowjetunion, wo sein Urgroßvater als General der Luftwaffe zur Nomenklatura zählte. Seine Eltern seien dagegen Gegner der (post-)sozialistischen Zustände und des repressiven belarussischen Regimes unter dem 1994 erstmals gewählten Präsidenten Aleksandr Lukaschenka gewesen, hätten aber als Geschäftsleute die vorübergehende wirtschaftliche Freiheit nach dem Systemzusammenbruch für sich nutzen können (vgl. SZ, 4.3.2023).
Ausbildung
F. studierte nach dem Schulabschluss zunächst Cello, dann wechselte er 2003 zur Literatur. Das Studium an der Europäischen Humanistischen Universität in Minsk musste er aufgeben, nachdem diese 2004 aus Angst vor studentischen Unruhen geschlossen worden war und ins litauische Vilnius umsiedelte. Er wechselte an die Staatliche Universität Sankt Petersburg. Dort schloss er sein Literaturstudium ...