Saul Friedländer

israelischer Historiker und Publizist; Hauptarbeitsgebiete: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg; Veröffentl. u. a.: "Das Dritte Reich und die Juden" (zwei Bände), "Franz Kafka", "Wenn die Erinnerung kommt", "Wohin die Erinnerung führt", "Kitsch und Tod", "Blick in den Abgrund. Ein israelisches Tagebuch"

* 11. Oktober 1932 Prag (Tschechoslowakei)

Herkunft

Saul Friedländer wurde am 11. Okt. 1932 in Prag geboren. Seine deutschsprachigen jüdischen Eltern waren nicht religiös. Ihrem Sohn gaben sie den Namen Pavel. Der Vater Jan (1897-1942) - im Ersten Weltkrieg habsburgischer Artillerieoffizier - war Jurist und Vizepräsident einer deutschen Versicherung, seine Mutter Elli (1905-1942) war die Tochter eines Textilfabrikanten.

Überlebender des Holocaust: Bis 1939 verbrachte F. seine Kindheit in Prag und besuchte dort ab 1938 eine englische Privatschule. Nach der deutschen Besetzung Prags im März 1939 emigrierte die Familie zunächst nach Paris, wo F. verschiedene Internate besuchte. Nach der Besetzung von Paris durch deutsche Truppen floh die Familie in den Süden Frankreichs, in den unbesetzten Teil des Vichy-Regimes. Als die Deutschen 1942 auch dort einrückten, gaben seine Eltern F. in die Obhut von Nonnen, u. a. in Néris-les-Bains und im katholischen Internat Saint-Béranger in Montulçon und stimmten ...