Willi Bleicher

dt. Gewerkschafter (IG Metall); Kommunist, Widerstandskämpfer gegen die Nationalsozialisten; 1933 Emigration in die Schweiz und nach Frankreich; 1936 Verhaftung in Stuttgart, Haft im Gefängnis in Ulm, bis 1945 inhaftiert im KZ Buchenwald, Mitglied des illegalen Lagerkomitees, rettete den dreijährigen jüdischen Jungen Stefan Jerzy Zweig; 1965 Ehrung als "Gerechter unter den Völkern" der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem; nach 1945 Gewerkschaftsfunktionär der IG Metall, Bezirksleiter für Nordbaden/ Nordwürttemberg, Südwürttemberg/ Hohenzollern und Südbaden 1958-1972; prägende Persönlichkeit der deutschen Gewerkschaftsbewegung in den 1950er – 1970er Jahren, führte erfolgreiche Arbeitskämpfe und große Streiks für Tariferhöhungen (u. a. 1963, 1971)

* 27. Oktober 1907 Cannstatt

† 23. Juni 1981 Stuttgart

Herkunft

Willi Bleicher wurde 1907 geboren. Sein Vater war Werkmeister bei Daimler und zuständig für die Wartung der Automobile des Königs von Württemberg. Als Kind war es B.s größter Wunsch, einmal im königlichen Automobil mitzufahren. Sein Vater meinte daraufhin, dafür müsse er warten, bis es blau schneie. B. wuchs mit vier Geschwistern zunächst in einer Daimler-Werkswohnung in Stuttgart-Untertürkheim auf, bis die Familie unter großen finanziellen Belastungen in Luginsland in einer Arbeitersiedlung ein Haus kaufte.

Ausbildung

Mit der Schule konnte B., der sich zusehends gegen Autoritäten auflehnte, nicht viel anfangen. Seine Leistungen reichten wohl nicht aus, um bei Daimler eine ...