
| Geburtstag: | 20. September 1908 München |
| Todestag: | 26. Juni 1982 Frankfurt/M. |
| Klassifikation: | Psychoanalytiker, Psychosomatiker, Psychologe |
| Nation: | Deutschland - Bundesrepublik |
Internationales Biographisches Archiv 01/1983 vom
Ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 08/2010
Alexander Mitscherlich war der Sohn eines Chemikers und entstammte einer Familie von berühmten Naturforschern, Biologen und Chemikern (Prof. Eilhard, Alfred und Alexander M.). Er studierte zunächst in München, Berlin und Freiburg Geschichte, Philosophie und Literaturwissenschaften, u.a. bei dem jüdischen Historiker Paul Joachimsen (Geschichte). M. war bereits mit einer Dissertation über das historische Luther-Bild beschäftigt, als Joachimsen 1932 starb und dessen Nachfolger (Karl Alexander von Müller) sich weigerte, die Arbeit seines jüdischen Kollegen zu übernehmen. M. brach darauf sein Studium ab.
Eine erste Verhaftung und Hausdurchsuchung wegen seiner kritischen Haltung erfolgte im Jan. 1933. Danach eröffnete M. eine Buchhandlung in Berlin-Dahlem. Sie wurde im Frühjahr 1935 durch die SA geschlossen. Kurz darauf erging wegen antinationalsozialistischer Widerstandsarbeit ein Steckbrief gegen ihn. M. emigrierte in die Schweiz und begann in Zürich Medizin zu studieren. 1937 wurde er bei einer illegalen Fahrt nach Deutschland durch die Gestapo erneut verhaftet und acht Monate lang in Nürnberg ...
